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Chronisch krank – was heißt das?

Und wie kann man mit dem Wissen, chronisch krank zu sein, am besten umgehen?

Eine Erkrankung wird dann als chronisch bezeichnet, wenn sie lange andauert und schwer bzw. gar nicht geheilt werden kann.1 Da eine Heilung bei Multipler Sklerose (MS) leider derzeit nicht möglich ist, sondern nur der Verlauf durch moderne Therapien verzögert werden kann, handelt es sich bei MS um eine chronische Erkrankung.

Psychische Auswirkungen der Diagnose „chronisch krank“

Die Diagnose einer chronischen Erkrankung, wie eben zum Beispiel MS, ist ein einschneidendes Erlebnis, das viele Betroffene als Schock erleben. Das ganze Leben wird auf den Kopf gestellt.2,3,4 Man macht sich viele Gedanken, was die Diagnose für einen selbst bedeutet. Dazu kommen Verunsicherungen in Bezug auf die Beziehung mit dem Partner/ der Partnerin, mit Kindern und anderen Verwandten sowie mit Freunden. Auch die Rolle im Arbeitsleben bzw. die eigene Leistungsfähigkeit (speziell auf längere Sicht) wird hinterfragt.2 Oftmals verspüren betroffene Wut, Angst, Enttäuschung und Scham. Depressionen und Angststörungen sind mögliche Folgen.2

Bewältigungsstrategien

Zunächst einmal ist es wichtig, sich Zeit zum Verarbeiten der Diagnose zu nehmen. Dabei können Gespräche helfen, sowohl mit den betreuenden Ärztinnen und Ärzten als auch mit Angehörigen. Psychologische oder psychotherapeutische Unterstützung kann ebenfalls hilfreich sein.4,5 Scheuen Sie sich daher nicht, diese in Anspruch zu nehmen! In einer Psychotherapie kann eine Akzeptanz mit der Erkrankung entwickelt werden. Dazu gehört auch, den Verlust von Fähigkeiten zu verarbeiten bzw. zu lernen, bestmöglich mit den auftretenden Symptomen umzugehen. Sich diesen Themen zu stellen ist wichtig, um eine gewisse Offenheit für die neuen Perspektiven zu ermöglichen.5 Denn bei einer chronischen Erkrankung gilt es, ein verändertes Selbstbild neu aufzubauen. Nur so kann man sich innerhalb der geänderten Rahmenbedingungen wieder wohlfühlen.2 Dieser Prozess kann dauern – und zwar individuell unterschiedlich lang.4 Auch Rückschläge sind möglich, d.h. nach einer Phase der Akzeptanz kann es wieder zu Phasen der Verzweiflung oder der Wut kommen. Das ist völlig normal Setzen Sie sich nicht unter Druck! Wenn bei Ihnen eine chronische Erkrankung diagnostiziert wurde, durchleben Sie eine Art Trauerprozess, in dessen Verlauf Sie sich auf das Leben mit einer chronischen Erkrankung einstellen.2,3,4 Auch Selbsthilfegruppen können Sie auf diesem Weg unterstützen. Hier lernen Sie Menschen kennen, die ähnliches durchmachen/ durchgemacht haben, können sich austauschen und erhalten Tipps (oder können welche geben).4

Praktische Tipps

  1. Fragen Sie nicht „Was kann ich nicht mehr?“, sondern fragen Sie sich: „Was kann ich noch?“ Weitere wichtige Fragen: Was wünsche ich mir? Was gibt mir Kraft und Lebensfreude?“4
  2. Bleiben Sie im sozialen Leben aktiv, üben Sie Hobbys, die auch mit Ihren MS-Symptomen möglich sind, weiter aus. Oder suchen Sie sich neue, die Ihnen Spaß machen und mit Ihren Symptomen vereinbar sind. Pflegen Sie Ihre Freundschaften weiterhin.4
  3. Informieren Sie sich umfassend und nehmen Sie Hilfe in Anspruch! Sich helfen lassen zu können, ist kann Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke!4

Fazit: Erkrankung akzeptieren

Es ist wichtig, die eigene Erkrankung zu akzeptieren. Falls Sie dabei Unterstützung (Psychotherapie, Selbsthilfegruppen etc.) benötigen, zögern Sie nicht, solche in Anspruch zu nehmen! Denn nur wenn Sie akzeptieren, was mit Ihnen passiert, können Sie bestmöglich mit der Erkrankung umgehen. Dazu gehören die regelmäßige Einnahme der Medikamente, die notwendige Rücksichtnahme auf bestehende Symptome und ein Lebensstil, der dazu beiträgt, ihre vorhandenen Fähigkeiten so lange wie möglich zu bewahren.2, 5

Autorin: Mag. Nicole Gerfertz-Schiefer, Medizinjournalistin

Dieser Beitrag gibt die persönliche Meinung der Autorin wieder und stellt keine Empfehlung seitens Novartis dar.

Referenzen:

1 Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK): gesundheit.gv.at; https://www.gesundheit.gv.at/lexikon/C/chronisch-hk.html#:~:text=Eine%20Erkrankung%20ist%20als%20chronisch,Beispiel%20Diabetes%20mellitus%2C%20Aids) (zuletzt aufgerufen am 31.10.2022)

2 Klinikum Stuttgart: Psychische Reaktionen bei körperlichen Erkrankungen, https://www.klinikum-stuttgart.de/kliniken-institute-zentren/klinik-fuer-psychosomatische-medizin-und-psychotherapie/klinische-schwerpunkte/psychische-reaktionen-auf-koerperliche-erkrankungen#:~:text=Die%20innerpsychischen%20Folgen%20einer%20chronischen,Verleugnungsarbeit (zuletzt aufgerufen am 31.10.2022)

3 Clienia AG Privatklinikgruppe: Chronische Erkrankungen - Auswirkungen auf die Psyche: Definition und Entstehung, https://www.clienia.ch/de/news/chronische-erkrankungen-definition (zuletzt aufgerufen am 31.01.2022)

4 Claudia Brunner: MS und gesund. Wissenschaftlich belegte Empfehlungen für ein aktives Leben mit Multipler Sklerose. Tredition, 2022, Kapitel: Psychologie- Therapie, Netzwerke

5 Clienia AG Privatklinikgruppe: Chronische Erkrankungen - Auswirkungen auf die Psyche: Behandlung und Bewältigung https://www.clienia.ch/de/news/chronische-erkrankungen-behandlung-bewaeltigung