Let’s talk about Sex…
08.12.2019

Let’s talk about Sex…

Sexualität ist generell ein sensibles Thema und noch immer fällt es den meisten nicht ganz leicht, offen darüber zu reden. Für Menschen mit Multipler Sklerose (MS) spielen jedoch besondere Aspekte in die Bereiche Sexualität und Familienplanung hinein, über die du Bescheid wissen solltest.

Die gute Nachricht: Weder bei Männern noch bei Frauen hat MS Einfluss auf die Fruchtbarkeit. D.h. ein Kind zu zeugen oder zu empfangen ist auch für MS-Betroffene möglich.1

Aber: Es kann durch die MS-Erkrankung zu sogenannten Sexualfunktionsstörungen kommen, sowohl bei männlichen als auch bei weiblichen Betroffenen. Bei Männern sind dies zumeist Störungen des Samenergusses und erektile Dysfunktion. Letztere bezeichnet die verringerte Fähigkeit, eine für eine sexuelle Aktivität ausreichende Erektion zu erlangen bzw. zu halten. Bei Frauen kann es zu einer verringerten vaginalen Feuchtigkeit kommen, was Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und kleine Verletzungen der Vaginalschleimhaut zur Folge haben kann.2,3

Wichtig: Solche sexuellen Beschwerden können bei dir aufgrund der MS-Erkrankung auftreten, sie müssen aber nicht auftreten! Wenn du unter Problemen leidest, sprich mit deinem Arzt/deiner Ärztin darüber, damit dieser/diese eine entsprechende Behandlung empfehlen kann. So können Gleitgele bei Scheidentrockenheit helfen; erektile Dysfunktion kann medikamentös behandelt werden. Auch offene Gespräche mit deinem Partner/deiner Partnerin sind ein wichtiger Schritt, denn schließlich geht es um euch beide. Ein romantischer Abend mit viel Zärtlichkeit kann beispielsweise das sexuelle Verlangen anregen. Geschlechtsverkehr sollte in Erholungsphasen mit geringer Fatigue stattfinden. Findet gemeinsam heraus, was euch Lust bereitet und setzt euch nicht unter Erfolgsdruck!

Kann ich bei MS hormonell verhüten?

Ja. MS-betroffene Frauen können genauso hormonell (d.h. mit Antibabypille, Hormonspirale, Verhütungspflaster, Vaginalring, Hormonimplantat, 3-Monatsspritze etc.) verhüten. Es gibt keine Belege für eine Verschlechterung der MS durch hormonelle Verhütungspräparate.1 Besprich das Thema Verhütung aber auf jeden Fall mit deinem behandelnden Arzt/ deiner behandelnden Ärztin!

Bei Kinderwunsch mit Arzt/Ärztin reden!

Wenn ein Kinderwunsch besteht, solltest du mit deinem behandelnden Arzt/ deiner behandelnden Ärztin darüber reden. Denn nicht alle medikamentösen MS-Therapien dürfen während einer Schwangerschaft angewendet werden. Daher müssen eventuell vor einer Schwangerschaft deine Medikamente umgestellt werden.1

Der Verlauf der MS wird durch eine Schwangerschaft nicht verschlechtert. Statistisch gesehen kommt es während der Schwangerschaft sogar zu einem Absinken der MS-Schübe. Allerdings nimmt die Wahrscheinlichkeit von Krankheitsschüben in den ersten drei bis sechs Monaten nach der Entbindung wieder zu. 1


Quelle:

  1. Siegrid Fuchs: Multiple Sklerose und Schwangerschaft, In: Ulf Baumhackl, Thomas Berger (Hg.): Österreichische Multiple Sklerose Bibliothek (OMSG gemeinnützige Privatstiftung (MS-Stiftung Osterreich), Produktion Ringbuch: Gerhard Niebauer GmbH, Wien, 2016
  2. Josef Dietz: Multiple Sklerose und Sexualität, In: Ulf Baumhackl, Thomas Berger (Hg.): Österreichische Multiple Sklerose Bibliothek (OMSG gemeinnützige Privatstiftung (MS-Stiftung Osterreich), Produktion Ringbuch: Gerhard Niebauer GmbH, Wien, 2016
  3. Multiple Sklerose Gesellschaft Wien: MS und Sexualität, https://www.msges.at/multiple-sklerose/symptome/sexualitaet/ , zuletzt aufgerufen am 20.08.2019

Datum der Erstellung 11/2019, AT1911776374