Warum optimale Therapieverläufe bei MS so wichtig sind
27.07.2016

Faktor Optimierung – warum optimale Therapieverläufe bei MS so wichtig sind

Hat man Multiple Sklerose (MS), ist klar: Die Erkrankung ist bisher nicht heilbar, aber behandelbar. Gab es früher nur wenige Möglichkeiten, die MS adäquat zu behandeln, stehen heute wesentlich mehr wirksame Therapien für die unterschiedlichen Verlaufsformen zur Verfügung.

Wir unterscheiden zwischen folgenden Verlaufsformen

Die schubförmige MS (Relapsing Remitting MS, RRMS), tritt in Schüben auf. Die Beschwerden während der Schübe bilden sich meist vollständig zurück, allerdings können Schäden von den Schüben zurückbleiben.

MS mit progredientem Verlauf teilt sich in zwei Formen auf:

  • die sekundär progrediente MS (Secondary Progressive MS, SPMS), die erst schubförmig beginnt, aber dann in eine kontinuierliche Verschlechterung übergeht, bei der auch weitere Schübe auftreten können und
     
  • die primär progrediente MS (Primary Progressive MS, PPMS), bei der es von Beginn der Erkrankung an zu einer kontinuierlichen Verschlechterung ohne auftretende Schübe kommt.

Die Schubbehandlung

Kommt es zum Schub, können Symptome wie Sehstörungen, Taubheitsgefühle, auch als Missempfindungsstörungen bezeichnet, oder Gehstörungen auftreten. Halten die Beschwerden länger als 24 Stunden an, liegen zwischen den aktuellen Symptomen und dem letzten Schub mehr als vier Wochen und gibt es neue Symptome, spricht man von einem Schub. Wichtig ist es, in solchen Verdachtsfällen den Neurologen aufzusuchen und die Lage zu klären.

Identifiziert der Arzt den Schub als solchen, wird der Patient zunächst meist mit Kortikosteroiden, auch als Kortison bekannt, behandelt, um die Symptome aufzulösen. Kortison kann jedoch nicht als langfristige Therapie betrachtet werden, es ist lediglich eine Möglichkeit, um Schubbeschwerden aufzulösen.

Die Langzeittherapie

Wer an Multipler Sklerose erkrankt, sollte so frühzeitig wie möglich mit einer Langzeittherapie beginnen. Ziel der Behandlung ist es zum Beispiel, den Verlauf einer schubförmigen MS zu verlangsamen, nach Möglichkeit neue Schübe zu verhindern oder ihren Schweregrad zu reduzieren. Ebenso können Langzeittherapien dazu beitragen, die Zunahme von körperlichen Behinderungen nach Schüben einzuschränken.

 

Ein weiteres Ziel moderner Therapien ist es, den sogenannten Hirnschwund, fachlich als Hirnatrophie bezeichnet, zu reduzieren. Hirnschwund betrifft zunächst jeden Menschen. Im Laufe des Älterwerdens reduziert sich die Hirnmasse und das ist ganz normal. Bei MS-Betroffenen jedoch beschleunigt die Erkrankung diesen Prozess. Übungen für die Kognition unterstützen zusätzlich und halten das Gehirn auf Trab und fit.

 

In Österreich stehen den circa 12.500 Patienten derzeit verschiedene moderne Therapiemöglichkeiten zur Verfügung, die je nach individuellem Krankheitsverlauf eingesetzt werden können. Wichtig sind der Dialog mit dem Arzt und eine genaue Betrachtung der Aktivitäten und des Verlaufs einer MS-Erkrankung. Wir wissen, MS wird auch als Krankheit mit den 1.000 Gesichtern bezeichnet, jeder Patient hat andere Beschwerden und Schübe.

Klar ist auch – der Verlauf einer MS kann sich im Laufe des Lebens verändern.

Daher sind regelmäßige Kontrollen wichtig. Wurde die Krankheit aktiver? Wie gestalten sich die Symptome? Ist die Therapie erfolgreich? Besteht Optimierungsbedarf? Je genauer die Aufzeichnungen sind, desto konkreter kann der behandelnde Arzt die Therapie dem Verlauf anpassen und sie optimieren.

Nötig wird das zum Beispiel, wenn eine verlaufsmodifizierende Therapie, also die Behandlung einer schubförmig verlaufenden MS, nicht wie gewünscht wirkt. An diesem Punkt sollten Patient und Arzt gemeinsam neue Möglichkeiten besprechen. Aktuelle MRT-Aufnahmen und die Durchführung von Tests geben Aufschlüsse, machen eine gute Entscheidung möglich und unterstützen den Patienten beim Leben mit MS.

Wie eine optimale Therapie wirken kann und was aus Sicht eines Neurologen wichtig ist, können Sie auch in unserem Video auf dem YouTube-Kanal von Novartis Deutschland und Österreich nachschauen: https://www.youtube.com/watch?v=Yoeld-hjLXs&list=PLRUb5Xh_N3PEYog5EBs_yz00XHoR8ujEg&index=3