Social Media richtig nutzen!
22.10.2016

Social Media richtig nutzen!

Gibt man „Multiple Sklerose“ in Google ein, erhält man circa eine Million Ergebnisse. Wie soll man aus dieser Menge Links die richtigen Informationen filtern? Eine Frage, die viele Nutzer vor Schwierigkeiten stellt. Social Media bieten Patienten eine Fülle von Informationen und Möglichkeiten. Wichtig für die Nutzung ist, dass man sich über das Verhalten im Netz und die einzelnen Plattformen informiert und das Angebot kritisch betrachtet und hinterfragt.

Nicht alles, was uns „Dr. Google“ empfiehlt, ist auch immer richtig oder aktuell. Genauso wenig kann man sich immer auf Empfehlungen anderer verlassen. Oft genug werden Informationen sorglos und ohne kritischen Blick geteilt. Um das zu vermeiden und Sie auf die richtigen Pfade im Netz zu bringen, haben wir einige Informationen und Tipps für Sie zusammengetragen.

Einige wichtige Netzwerke

Twitter: ein Informationsdienst, der Nutzer hauptsächlich mit kurzen Informationen versorgt. Sie sind nie länger als 140 Zeichen inklusive Leerzeichen und haben meist einen Link zu einer Website oder eine Grafik im Gepäck. Hier findet man auch Informationen zu Kongressen wie dem ECTRIMS, dem weltgrößten Kongress rund um MS. Mit dem Hashtag (der Raute: #) werden Begriffe über die Suchfunktion angezeigt. Probieren Sie es doch. Zum Beispiel mit #MultipleSklerose oder #MS.

Facebook: Hier findet man öffentliche Profile, Fanpages und öffentliche, geschlossene, aber auch geheime Gruppen. Die Nachrichten sind länger und der Austausch ist emotionaler. Gerade in geschlossenen Gruppen, die nur dann lesbar werden, wenn ein Moderator den Eintritt genehmigt, tauschen sich Patienten zu zahlreichen Themen aus. Wir raten dennoch zur Vorsicht: Alles, was Sie posten, hinterlässt Spuren im Netz. Daher ein Tipp: Überlegen Sie sich, was Sie äußern und welche Themen für Sie tabu sind.

Instagram: Junge Nutzer sind meist auf Instagram, einer Bildplattform, die zu Facebook gehört. Hier zählen besonders Bilder und # (Hashtags). Betroffene erzählen ihre Geschichte in Bildern. Texte findet man weniger, ebenso sind Links in den Bildunterschriften nicht erlaubt, nur im Profil bietet sich etwas Platz.

Pinterest: Die klassische Pinnwand wurde digitalisiert. Wer Pinterest nutzt, kann sogenannte Pinboards erstellen (Pinboard = Pinnwand). Für jedes Thema kann eine Pinnwand angelegt werden. Die Pins, also Bilder, Infografiken etc., werden von den Nutzern gesammelt und geteilt. Hier finden sich zu den Bildern oft nützliche Links, die zu weiteren Seiten führen.

Die Geschichtenerzähler – Blogs und Vlogs

Blogs sind heute die Erweiterung einer Website und dienen den Lesern oft als Informations- und Vernetzungsquelle. Sie ermöglichen tiefer gehende Einblicke in ein Thema und erlauben das Integrieren anderer Medien wie Bilder oder Videos. Blogs sind für Patienten oft eine große Unterstützung, nicht selten berichten andere Patienten von ihren Erfahrungen und werden so zur Inspiration oder auch zum Ratgeber.

Vlogs (Video Blogs) funktionieren ähnlich. Nur dass der Autor nicht schreibt, sondern in Videos berichtet

Natürlich gibt es jede Menge weiterer Netzwerke. Wichtig ist jedoch, dass Sie sorgfältig auswählen, wo Sie sich tummeln möchten. Tipp: Egal ob Sie Informationen anbieten oder mitlesen, wer überall ist, verliert häufig den Überblick. Pflegen Sie Ihre Zugänge und Netzwerke. Und prüfen Sie regelmäßig, mit wem Sie in Kontakt sind.

Was Informationen betrifft, hier einige „Sortiertipps“:

  • Achten Sie bei jeder Information auf das Veröffentlichungsdatum. Wie alt ist das, was da steht?
  • Handelt es sich um ein seriöses Medium? Oder verbirgt sich hinter einem schönen Namen nicht mehr als schöner Schein?
  • Ist die Information verständlich und klar formuliert? Werden Quellen genannt?
  • Kehren Sie den Suchlauf um: Googeln Sie die Information. So prüfen Sie die Präsenz und den Wahrheitsgehalt.
  • Denken Sie bei jeder Information kurz darüber nach, was passieren könnte, wenn Sie sie einfach teilen. Beispiel: Könnten frisch diagnostizierte Patienten in Panik geraten?
  • Dürfen Sie die Information einfach teilen? Achten Sie auf Urheber- und Nutzungsrechte!
  • Seien Sie ruhig etwas misstrauisch. Es gibt genügend Links im Netz, die mit sensationsheischenden Überschriften hervorstechen. Oft genug verbirgt sich dahinter eine eher dünne Information, die wenig Mehrwert bietet.
  • Legen Sie sich eine Liste an, auf der gute Quellen vermerkt sind, die gute Informationsqualität liefern und verständliche Artikel anbieten.
  • Sie brauchen eine Zweitmeinung? Nun, Sie haben bestimmt ein Netzwerk, das hilft, eine Information zu bestätigen. Ebenso kann eine Patientenorganisation bei Bedarf helfen.

Grundsätzlich gilt: Das Internet ist eine gute Sache, wenn man es vernünftig angeht, mit gesundem Menschenverstand agiert und aktiv bleibt. Wer nur passiv konsumiert, wird dauerhaft wenig erfolgreich sein, wenn es um das Auffinden von Informationen geht.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß im Netz!