Frau blickt über den See
29.11.2019

SPMS: Eine spezielle Verlaufsform der MS

Man unterscheidet bei der MS verschiedene Verlaufsformen. Bei den meisten Betroffenen tritt die Erkrankung zunächst in Schüben auf. Doch kann sich dieser schubhafte Verlauf in ein kontinuierliches Voranschreiten der Krankheit umwandeln. Ist dies der Fall, spricht man von einer sekundär progredienten MS oder kurz: SPMS. 1,2

Kennzeichen der SPMS

Die Symptome und Beschwerden, die bei der MS auftreten, werden bei einer SPMS allmählich schlimmer, statt in Schüben aufzutreten. Zudem bilden sie sich nicht mehr vollständig zurück. Auch bei der SPMS können zusätzlich zum fortschreitenden Verlauf in unregelmäßigen Abständen Schübe auftreten.1,2,3

Einer britischen Studie zufolge vergehen durchschnittlich 10,7 Jahre, bis sich eine schubhafte MS in ein SPMS verwandelt.4 Dies muss auch nicht bei allen Betroffenen der Fall sein; bei vielen bleibt es bei einem schubhaften Krankheitsverlauf.1

Nehmen Sie Unterstützung in Anspruch!

Der Leidensdruck für die Betroffenen ist bei der SPMS besonders hoch. Die typischen MS-Beschwerden wie Bewegungsstörungen, kognitive Beeinträchtigungen etc. schreiten wie gesagt allmählich voran. Allerdings kann niemand voraussagen, in welchem Tempo.5

Scheuen Sie sich nicht, Unterstützung in Anspruch zu nehmen! Greifen Sie beispielsweise bei Bedarf auf eine Gehhilfe zurück. Diese kann Ihnen den Alltag erleichtern. Auch der Arbeitsalltag wird oftmals von der SPMS beeinträchtigt. Auch hier sollten Sie Unterstützung in Anspruch nehmen – sei es von Kolleginnen und Kollegen, Ihrem Vorgesetzten/ Ihrer Vorgesetzten usw. Überlegen Sie, wie Sie Ihr Arbeitsumfeld am besten gestalten können. Akzeptieren Sie Ihre eigenen Grenzen und überfordern Sie sich nicht!

Auch beim Bundessozialamt können Sie sich beraten lassen. So besteht für Arbeitnehmerinnen mit gesundheitlichen Einschränkungen bzw. Behinderungen in Österreich beispielsweise ein erhöhter Kündigungsschutz.6

Frühzeitig handeln!

MS ist zwar nicht heilbar, aber behandelbar. Ihr Arzt/ ihre Ärztin wird die für Sie passende Therapie mit Ihnen besprechen. Dabei ist es wichtig, frühzeitig im schubhaften Verlauf zu beginnen. Durch die Behandlung werden nicht nur die Symptome gelindert, sondern es kann auch der Zeitpunkt, an dem eine schubförmige MS in eine SPMS wechselt, hinausgezögert werden. 5


Quellen
  1. Multiple Sklerose Gesellschaft Wien, https://www.msges.at/multiple-sklerose/verlaufsformen_multiple_sklerose/, zuletzt aufgerufen 4.9.2019
  2. Auf den Spuren der sekundär progredienten Multiplen Sklerose (SPMS), Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V., https://www.dmsg.de/multiple-sklerose-news/ms-forschung/news-article/New..., zuletzt aufgerufen 4.9.2019
  3. Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V., https://www.dmsg.de/multiple-sklerose-infos/ms-verstehen/vom-symptom-zur..., zuletzt aufgerufen 4.9.2019
  4. Scalfari A et al. J Neurol Neurosurg Psychiatry 2014; 85: 67–75
  5. amsel – Das Multiple Sklerose Portal, https://www.amsel.de/multiple-sklerose/#c1001195, zuletzt aufgerufen 4.9.2019
  6. Österreichische Multiple Sklerose Gesellschaft, http://www.oemsg.at/soziales/beruf-ausbildung/kuendigungsschutz/, zuletzt aufgerufen 4.9.2019
  7. Datum der Erstellung 11/2019, AT1911775391