Trinkende Frau beim Sport
22.10.2016

Sport und MS? Zwei, die sich wunderbar ergänzen können …

Wie heißt es so schön im Volksmund? Sich regen bringt Segen. Großmutters Weisheit stimmt bis heute und gilt, so die aktuelle Forschung, besonders für von Multipler Sklerose Betroffene.

Ein Vorteil liegt klar für alle auf der Hand: Wer sich bewegt, tut nicht nur etwas für die Kondition, sondern sorgt auch dafür, dass der Bewegungsapparat beweglich und elastisch bleibt. Ebenso können sich Symptome wie Fatigue, Ataxie oder auch Spasmen verbessern. Ein anderer Aspekt ist das soziale Leben. Wer Sport treibt, trifft sich häufig in Gruppen, pflegt neben dem Sport auch den Austausch, hat Spaß. Dinge, die besonders der Depression Einhalt gebieten und Lust aufs Leben machen.

Also jede Menge guter Gründe, um mit Multipler Sklerose aktiv zu werden, oder?

Wichtig für von Multipler Sklerose Betroffene ist die Frage nach der richtigen Sportart. Was schadet, was hilft? Eine ultimative Lösung oder DEN Sport für MS-Betroffene gibt es nicht. Aber einige Punkte können helfen, die richtigen Entscheidungen in Sachen Sport zu treffen und aktiv zu werden.

Sportarten …

Wichtig ist, eine Sportart zu finden, die guttut und Spaß macht. Wem Joggen zu anstrengend ist, der könnte zum Beispiel Nordic Walking in Erwägung ziehen. Die Bewegung mit den Stöcken fordert nicht nur die Beine, sondern zusätzlich den oberen Bewegungsapparat und trainiert das Gleichgewicht. Ebenso gut für das Gleichgewicht sind Tanzkurse oder Reiten. Wer es ruhig mag, kann schwimmend den ganzen Körper trainieren oder sich beim Yoga fit machen. Sie treiben schon Sport und sind unsicher, ob Ihre geliebte Sportart noch für Sie geeignet ist? Unser Tipp: Nicht gleich aufgeben, gerade auch gewohnte Dinge tun der Seele gut. Oft hilft es schon, die Belastung zu reduzieren und die Dinge langsamer angehen zu lassen.

Nicht überfordern …

Egal, für welchen Sport Sie sich entscheiden – es gilt, sich nicht zu überfordern. Wer „heiß läuft“, kann mit dem Uhthoff-Phänomen konfrontiert werden. Das soll nicht passieren. Daher ist es wichtig, mit Plan an die Sache heranzugehen. Steigern Sie Trainingseinheiten langsam, aber stetig und achten Sie darauf, was Ihr Körper signalisiert. Lieber etwas langsamer, aber mit Wohlfühlfaktor als ein Schnellstart, der am Ende nur negative Effekte haben kann. Je nachdem, wie die Kondition und Leistungsfähigkeit jedes Einzelnen sind, muss auch das Trainingsniveau individuell angepasst werden.

Gute Ausrüstung gegen Überhitzung ...

Wenn man Sport treibt, schwitzt man. Damit sich die Hitze nicht staut, hilft atmungsaktive Sportbekleidung. Sie sorgt für ein ausgeglichenes Klima auf der Haut. Achten Sie auf gute Ausrüstung wie Schuhe oder Handschuhe, falls nötig. Diese Dinge fördern das Wohlbefinden. Auch genügend trinken hilft, Überhitzung zu vermeiden. Achten Sie auch auf gute Belüftung, wenn Sie in geschlossenen Räumen trainieren und sorgen Sie für Pausen.

Unsicher? Beratung hilft …

Sie sind unsicher in Sachen Sport? Sprechen Sie mit Ihrem Neurologen. Er kann die Situation von der medizinischen Seite her betrachten. Auch Patientenorganisationen oder andere Patienten können helfen, den richtigen Sport zu finden. Viele Sportstudios bieten Trainerstunden oder Schnupperkurse an. Hier können Sie in Ruhe austesten, ob die gewünschte Sportart wirklich für Sie passt. Wichtig ist, dass Sie sich gut informieren und eine vernünftige Entscheidung treffen.

Dranbleiben …

Lassen Sie sich von Ihrem Schweinehund nicht zurück auf das Sofa locken. Bleiben Sie dran. Wie das geht?

Beobachten Sie sich selbst, was verändert sich positiv an Ihrem Körper? Vielleicht können Sie wieder längere Strecken laufen oder die Jeans sitzt besser. Sie haben mehr Kraft und gute Laune. Halten Sie diese Fortschritte fest. Nutzen Sie doch eine Sport-App für Ihr Smartphone oder schreiben Sie Ihre Gedanken in ein Notizheft, das Sie zum Sporttagebuch umfunktionieren. Setzen Sie sich umsetzbare Ziele. Was wollen Sie erreichen?

Auch ein Plan kann helfen. Wichtig ist es, auch für Tage, an denen es Ihnen nicht gut geht, leichte Aktivitäten wie einen Spaziergang zu planen.

Sport zu treiben ist sinnvoll und kann Betroffene dabei unterstützen, die Lebensqualität zu erhalten oder sie sich ein Stück zurückzuerobern. Wir wünschen Ihnen viel Spaß und Erfolg bei Ihren sportlichen Aktivitäten.