Antworten auf häufig gestellte Fragen

Im Folgenden finden Sie Antworten auf einige häufig gestellte Fragen, mit denen wir Sie über verschiedene Aspekte der Multiplen Sklerose informieren möchten.

 

Ist Multiple Sklerose ansteckend?

Nein, MS ist eine Autoimmunerkrankung und nicht infektiös. Sie können niemanden mit Ihrer Erkrankung anstecken, niemand kann durch Kontakt mit Ihnen an MS erkranken.


Quellen
http://www.amsel.de/multiple-sklerose-news/medizin/Irrtum-Multiple-Sklerose-ist-NICHT-ansteckend_5436
http://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/neurologie/erkrankungen/multiple-sklerose-ms/was-ist-multiple-sklerose-ms/

 

Ist Multiple Sklerose vererbbar?

MS ist keine Erbkrankheit im klassischen Sinne, bei der man „automatisch“ erkrankt, wenn in der Familie MS vorkommt. Ob jemand an MS erkrankt, hängt von verschiedenen Faktoren ab, die zum Teil anlagebedingt, zum Teil aber auch umweltbedingt sind (wie vielleicht eine durchgemachte Viruserkrankung in jüngeren Jahren). Das Risiko eines Kindes mit einem von MS betroffenen Elternteil selbst an MS zu erkranken, ist als gering einzuschätzen, es liegt bei 3 %.


Quellen
https://www.dmsg.de/multiple-sklerose-news/ms-forschung/vererben-maenner-multiple-sklerose-doch-nicht-haeufiger/
https://www.thieme.de/de/gesundheit/multiple-sklerose-24334.htm

 

Ist Multiple Sklerose heilbar?

MS ist bis heute nicht heilbar, aber dank verschiedener, individuell angepasster und aufeinander abgestimmter Therapien in vielen Fällen gut beherrschbar.

Auch die MS-Patienten selbst können für das eigene Wohlbefinden und damit für einen positiven Einfluss auf den Krankheitsverlauf sorgen – mit Bewegung, ausreichendem Schlaf, sozialen Kontakten etc.


Quelle
http://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/neurologie/erkrankungen/multiple-sklerose-ms/was-ist-multiple-sklerose-ms/

 

Welche Therapieformen werden bei MS angewendet?

Basistherapie oder verlaufsmodifizierende Therapie
Sie dient dazu, die Krankheit zu kontrollieren – das heißt, die Symptome günstig zu beeinflussen und das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Da die MS eine Autoimmunerkrankung ist, werden Medikamente eingesetzt, die regulierend in das Immunsystem eingreifen (Immunmodulatoren) oder die Fehlsteuerung des Immunsystems unterdrücken (Immunsuppressiva).

Bei der Schubtherapie wird zur effektiven Behandlung der akuten Entzündung für einen begrenzten Zeitraum Kortison intravenös oder in Tablettenform verabreicht.

Unter Optimierungstherapie versteht man die Erweiterung der Immuntherapie mit einem anderen Medikament oder den kompletten Wechsel auf ein anderes Medikament, wenn bspw. trotz einer Basistherapie die Schubrate hoch oder der Krankheitsverlauf von Beginn an hochaktiv ist.

Zu dem multimodalen Therapiekonzept, das bei MS-Patienten angewendet wird, gehört auch die unterstützende oder symptomatische Therapie. Hierbei handelt es sich um medikamentöse und nicht medikamentöse Maßnahmen zur Verbesserung von sozialer Teilhabe und Lebensqualität der Patienten, wie etwa Physio- und Psychotherapie, Ergo- und Logopädie sowie stationäre und/oder ambulante Rehabilitationsmaßnahmen.


Quellen
http://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/neurologie/erkrankungen/multiple-sklerose-ms/therapie/
http://oegpb.at/2015/04/19/therapeutische-optionen-bei-multipler-sklerose/
http://link.springer.com/article/10.1007/s00115-012-3677-4?no-access=true

 

Welche Verlaufsformen der MS gibt es?

Schubförmiger Verlauf
Hierbei handelt es sich um ein schubförmiges Auftreten von Krankheitszeichen in unterschiedlichen Zeitabständen. In den Zeiten zwischen den Schüben kommt es zu einer teilweisen oder kompletten Remission (Rückbildung der Symptome). Oftmals vergehen Monate, manchmal Jahre zwischen zwei Schüben. Bei dem erneuten Auftreten von Schüben spricht man von „Rezidiv“. Davon leitet sich auch der Name ab: rezidivierend-remittierende Multiple Sklerose (RRMS)

 

Schubförmig remittierender Verlauf

 

Sekundär fortschreitender (progrediente) Verlauf
Bei einigen Patienten geht der schubförmige Verlauf mit der Zeit in eine fortschreitende MS über (2. oder sekundäres Krankheitsstadium). Es können weiterhin vereinzelt Schübe auftreten, aber die Symptome bilden sich nicht mehr so weit zurück wie bei der RRMS, und körperliche Beeinträchtigungen schreiten schneller fort. Relativ stabile Phasen sind aber auch möglich.

 

Sekundär fortschreitender (progredienter) Verlauf

 

Primär fortschreitender (progredienter) Verlauf
Bei dieser MS-Form verläuft die Krankheit schleichend, ohne das Auftreten von Schüben und ohne Rückbildung der Symptome. Die Behinderung schreitet kontinuierlich voran, kurze Episoden der Erholung sind möglich. Mit 10 bis 20 % Vorkommen ist dies die seltenste Form der MS.

 

Primär fortschreitender (progredienter) Verlauf

 

Für alle Verlaufsformen gilt: MS ist eine Krankheit mit „vielen Gesichtern“. Auch wenn die Formen genau definiert werden können, lässt sich der individuelle Verlauf bei dem einzelnen Patienten nicht von vornherein vorhersagen.


Quellen
http://www.ms-diagnose.ch/de/ms-verstehen/formen-von-ms/
http://www.kliniken-koeln.de/publish/Merheim_Neurologie_Schwerpunkt_MS_Verlaufsformen.aspx?channel=Print
http://www.ms-life.de/ms-wissen/was-ist-ms/verlauf/

 

Was ist die Ursache von MS?

Multiple Sklerose ist eine Erkrankung, an deren Entstehung verschiedene Faktoren beteiligt sind (man spricht auch von einem „multifaktoriellen Geschehen“). Die Ursachen sind vielfältig und trotz umfangreicher Forschung noch nicht eindeutig geklärt. Bekannt ist, dass die MS eine Autoimmunerkrankung ist (darauf zielt auch die medikamentöse Behandlung ab). Als weitere Auslösefaktoren werden in der Wissenschaft einige Umwelteinflüsse und virale Erkrankungen in der frühen Kindheit (beispielsweise mit dem Epstein-Barr-Virus oder einem bestimmten Herpesvirus) ebenso diskutiert wie niedrige Vitamin-D-Spiegel, Rauchen etc.


Quellen
http://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/neurologie/erkrankungen/multiple-sklerose-ms/ursachen/
http://ms-service.at/extras/ms-fragen-2/

 

Können Sport und/oder Ernährung positiv auf die MS einwirken?

Es gibt weder ein spezielles Sportprogramm noch eine besondere Diät, mit der sich MS heilen ließe. Doch sowohl Bewegung als auch eine ausgewogene Ernährung können zum allgemeinen Wohlbefinden beitragen und sich günstig auf den Verlauf auswirken.

Sport hebt nicht nur bei Gesunden die Lebensfreude und Lebensqualität, bei MS kann auf diesem Wege eine Verbesserung der Koordination erreicht oder Folgekomplikationen wie Muskelschwäche und Verspannungen vorgebeugt werden.

Auch bei der Ernährung können MS-Patienten etwas Gutes für sich tun: In einigen Nahrungsmitteln enthaltene Stoffe, wie beispielsweise in Fisch und Pflanzenölen, können den entzündlichen Prozessen der Multiplen Sklerose entgegenwirken.


Quellen
http://www.msundich.de/fuer-patienten/leben-mit-ms/ernaehrung/ernaehrung-bei-ms/
http://www.msundich.de/fuer-patienten/leben-mit-ms/sport-und-bewegung/aktiv-werden/
http://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/neurologie/erkrankungen/multiple-sklerose-ms/fragen-im-alltag/

 

Wie äußern sich Sensibilitätsstörungen?

Sensibilitätsstörungen (med. Begriff: Parästhesien) sind Missempfindungen im Bereich eines Hautnervs, die als unangenehm, selten auch als schmerzhaft angegeben werden. Sie äußern sich in Kribbeln, Taubheit, dem Gefühl von „Ameisenlaufen“ auf der Haut, einem pelzigen Gefühl etc. Sie treten oft als Frühsymptom bei MS auf – es gibt aber auch Krankheitsverläufe, in denen Parästhesien nicht vorkommen.


Quelle
http://flexikon.doccheck.com/de/Par%C3%A4sthesie

 

Kann ich mit MS überall Urlaub machen?

Menschen mit MS können Urlaubsfreuden wie andere Menschen in der Regel unbeschwert genießen. Lediglich müssen einige Überlegungen im Vorfeld angestellt werden: Bei Bedarf informieren Sie sich bereits vor der Abreise über MS-Spezialisten oder MS-Zentren am Urlaubsort. Auch die Frage, ob evtl. notwendige Impfungen bei Reisen ins Ausland möglich sind, ist rechtzeig mit dem behandelnden Neurologen zu klären. Außerdem sollten MS-Patienten an den Therapiepass und die ausreichende Bevorratung mit den verschriebenen Medikamenten denken.

Da MS-Symptome sich bei starker Wärmeeinstrahlung verschlechtern können (als „Uhthoff-Phänomen“ bekanntes Krankheitszeichen), ist es empfehlenswert, direkte Sonneneinstrahlung und Länder mit hohen Temperaturen ggf. zu meiden.


Quelle
http://www.ms-diagnose.ch/de/leben-mit-ms/lebensqualitaet/ms-und-reisen/

 

Kann ich Schübe bei der MS vermeiden?

Die heute eingesetzten Medikamente wie Immunmodulatoren oder Immunsuppressiva sind ein effektives Mittel, um die Schubrate zu senken und das Fortschreiten der Symptome zu verlangsamen. Die verordneten Medikamente regelmäßig und nach ärztlicher Absprache einzunehmen, ist eine wichtige Voraussetzung, um den Verlauf der MS günstig zu beeinflussen.

Auch die MS-Patienten selbst können für das eigene Wohlbefinden und damit für einen positiven Einfluss auf den Krankheitsverlauf sorgen – beispielsweise mit Bewegung, ausreichendem Schlaf und sozialen Kontakten.


Quelle
https://www.dmsg.de/multiple-sklerose-infos/faq/wie-kann-man-schuebe-vermeiden/

 

Kann ich mit MS Kinder bekommen?

Aus medizinischer Sicht spricht generell nichts gegen eine Schwangerschaft. Frauen mit MS haben im Vergleich zu nicht betroffenen Frauen die gleichen Chancen auf eine unkomplizierte Geburt und darauf, ein gesundes Kind zur Welt zu bringen.

Allerdings ist eine rechtzeitige Planung unumgänglich. So müssen die meisten MS-Medikamente vor beziehungsweise während der Schwangerschaft abgesetzt werden. Eine stabile Krankheitsphase ist beispielsweise eine wichtige Voraussetzung, wenn es darum geht, den Familienwunsch umzusetzen. Sinnvoll für Schwangere mit MS ist es auch, sich gynäkologisch ebenso wie neurologisch betreuen zu lassen.


Quellen
http://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/neurologie/erkrankungen/multiple-sklerose-ms/fragen-im-alltag/
http://www.ms-life.de/ms-service/ms-news/detail/article/familienplanung-mit-ms/

 

Wo finde ich Selbsthilfegruppen?

Eine zentrale Adresse zum Finden von Selbsthilfegruppen (SH-Gruppen) ist die Website der Österreichischen Multiple Sklerose Gesellschaft: http://www.oemsg.at/adressen/selbsthilfegruppen

Auskünfte über Selbsthilfegruppen in Ihrer Nähe erteilen üblicherweise auch die Krankenkassen oder Ihre behandelnden Ärzte.


Quelle
http://www.oemsg.at/adressen/selbsthilfegruppen

 

Führt MS immer zur Schwerbehinderung?

Nein, keineswegs. Die Krankheitsverläufe bei MS sind sehr unterschiedlich und längst nicht alle Einschränkungen führen zu einer Schwerbehinderung. Viele Betroffene können ihre berufliche Tätigkeit bis zum regulären Eintritt ins Rentenalter ausüben, genauso wie sie ihren Alltag oftmals ohne erhebliche Einschränkungen meistern können.


Quelle
http://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/neurologie/erkrankungen/multiple-sklerose-ms/prognose-verlauf/

 

Wer hilft mir bei Pflegegeldanträgen?

Eine gute Informationsquelle für alle Aspekte rund um MS finden Sie bei der Österreichischen Multiple Sklerose Gesellschaft und den jeweiligen Landesgesellschaften in allen österreichischen Bundesländern (außer Vorarlberg). Alle Betroffenen und Interessierten finden hier neben Informationen zu sozialer Rehabilitation, Behindertenpass, Schutzbestimmungen, Gebührenbefreiung, Förderungen und Pensionen auch Unterstützung und Beratung zu allen Fragen rund um das Pflegegeld.


Quelle
http://ms-service.at/extras/ms-fragen-2/