MS-Lexikon

Wichtige Fachbegriffe rund um MS – allgemeinverständlich erklärt

 

Akinese

Bewegungsarmut, Bewegungsunfähigkeit


Quelle
http://flexikon.doccheck.com/de/Akinesie

 

Ataxie

Störung der Bewegungskoordination, die sich beispielsweise in Form einer Gangunsicherheit zeigt


Quelle

http://flexikon.doccheck.com/de/Ataxie

 

Autoimmunerkrankung

Ein Prozess, bei dem sich die Immunantwort des Körpers gegen körpereigene Strukturen richtet und hier zu Zerstörungen führt. Die MS ist ein klassisches Beispiel für eine Autoimmunerkrankung. Die genauen Entstehungsursachen sind nicht bekannt.


Quelle

http://flexikon.doccheck.com/de/Autoimmunerkrankung

 

Axon

Fortsatz einer Nervenzelle, die Informationen als elektrische Impulse vom Zellkörper wegleitet. Bei markhaltigen Nervenfasern ist das Axon von einer Myelinscheide (siehe dort) umgeben. Axone werden im Verlauf der MS geschädigt und können nur begrenzt repariert werden.

Axon


Quelle

http://flexikon.doccheck.com/de/Axon

 

Babinski-Zeichen

Zeichen einer Nervenschädigung, die häufig in Zusammenhang mit einer MS auftritt: Durch Streichen an der seitlichen Fußsohle werden die Großzehe nach oben gestreckt und die übrigen Zehen gleichzeitig gespreizt.


Quellen
http://flexikon.doccheck.com/de/Babinski-Reflex
http://www.lexikon-orthopaedie.com/pdx.pl?dv=0&id=00318
http://www.medizin-kompakt.de/untersuchungsmethoden/untersuchungsmethoden-b/babinski-zeichen-seite-1

 

Basistherapie

Die Basistherapie – auch verlaufsmodifizierende Therapie – zielt darauf ab, die Erkrankung günstig zu beeinflussen. Sie beabsichtigt, Häufigkeit und Schwere von Schüben und damit das Ausmaß der fortschreitenden Behinderung zu reduzieren. Das therapeutische Prinzip der verlaufsmodifizierenden Therapie beruht auf den Säulen Immunmodulation (siehe dort) und Immunsuppression (siehe dort).


Quelle

https://www.dmsg.de/multiple-sklerose-infos/ms-behandeln/verlaufsmodifizierende-therapie/

 

Blut-Hirn-Schranke (BHS)

Eine teilweise durchlässige „Schranke“ zwischen Blutstrom und zentralem Nervensystem, die unter anderem dazu dient, das Gehirn vor einem unkontrollierten Übergang im Blut zirkulierender potenziell schädlicher Stoffe zu bewahren.


Quellen
http://www.spektrum.de/lexikon/neurowissenschaft/blut-hirn-schranke/1606
http://flexikon.doccheck.com/de/Blut-Hirn-Schranke

 

Bobath-Konzept

Eine spezielle Form der Krankengymnastik, die häufig bei neurologischen Erkrankungen angewendet wird und in besonderer Weise die Koordination zwischen Muskeln und Nervenfasern fördert


Quellen
http://www.pflegewiki.de/wiki/Bobath-Konzept
http://www.bobath-konzept-deutschland.de/
http://flexikon.doccheck.com/de/Bobath-Konzept

 

CIS

Abkürzung für clinically isolated syndrome. Englische Bezeichnung für klinisch isoliertes Syndrom (= KIS, siehe dort).


Quelle

https://www.springermedizin.de/klinisch-isoliertes-syndrom

 

Demyelinisierung

Auch als „Entmarkung“ bezeichnete Schädigung beziehungsweise Verlust von Myelin an den Axonen (siehe dort) im zentralen und peripheren Nervensystem. In der Folge kann es zu einer Verlangsamung der Informationsübertragung kommen.

Demyelinisierung


Quellen
http://flexikon.doccheck.com/de/Demyelinisierung
http://www.spektrum.de/lexikon/neurowissenschaft/demyelinisierung/2713

 

Dendrit

Astartige Ausläufer einer Nervenzelle. Dendriten dienen der Aufnahme und Weiterleitung elektrischer Reize von den Ausläufern zum Zellkörper.


Quelle
http://flexikon.doccheck.com/de/Dendrit

 

Diagnosekriterien

Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, um eine bestimmte Diagnose zu sichern. Bei der MS sind die Diagnosekriterien nach Poser sowie nach McDonald gängig.


Quelle
http://www.kompetenznetz-multiplesklerose.de/de/ms-diagnose/diagnosekriterien

 

EDSS

Abkürzung für Expanded Disability Status Scale.
Eine von dem Neurologen John F. Kurtzke entwickelte Leistungsskala, die den Schweregrad der Behinderung bei Multipler Sklerose zum Zeitpunkt der Befragung mittels einer Einstufung von 0,0 bis 10,0 angibt. Die Erhebung dient unter anderem der Einschätzung einer möglichst effektiven Therapie.


Quellen
http://flexikon.doccheck.com/de/Expanded_Disability_Status_Scale
http://www.ms-life.de/ms-wissen/was-ist-ms/untersuchung/bewertungsskalen

 

Ergotherapie

Ergotherapie ist ein medizinisches Verfahren zur Unterstützung der Handlungsfähigkeit, wenn diese bei Patienten durch Krankheiten oder Verletzungen eingeschränkt ist.

Ziele sind die Wiedererlangung größtmöglicher Selbstständigkeit bei der Durchführung von Alltagsaktivitäten, die gesellschaftliche Teilhabe sowie eine Verbesserung der Lebensqualität.


Quellen
https://www.dve.info/ergotherapie/definition.html
http://flexikon.doccheck.com/de/Ergotherapie

 

Evozierte Potenziale

Messung der elektrischen Ströme im Gehirn, zum Beispiel in der Sehbahn, Hörbahn oder beim Fühlen. Bei Erkrankungen wie MS verändern sich die Muster der Reizweiterleitung, die mittels dieser Methoden festgestellt werden können.


Quelle
http://www.unimedizin-mainz.de/neurologie/patienten/funktionsbereiche/evozierte-potentiale.html

 

Fatigue

Form einer ausgeprägten Müdigkeit und Erschöpfung, die als Begleiterscheinung bei verschiedenen chronischen Erkrankungen auftreten kann. Fatigue äußert sich unter anderem in Konzentrationsstörungen, Minderung oder Verlust der körperlichen Belastbarkeit und sozialem Rückzug.


Quelle
http://flexikon.doccheck.com/de/Fatigue

 

Gadolinium

Kontrastmittel, das zur Verbesserung der Gewebedarstellung in der Magnetresonanztomografie (MRT) angewendet wird. Bei der Diagnostik und der Verlaufskontrolle der Multiplen Sklerose dient Gadolinium zum Erkennen aktiver Läsionen (siehe dort).


Quelle
http://flexikon.doccheck.com/de/Gadolinium-DTPA

 

Hirnatrophie

Immunmodulation

Therapeutisch beabsichtigte Beeinflussung des Immunsystems, mit der körpereigene Immunprozesse gedämpft oder verstärkt werden können (vgl. Immunsuppression)


Quelle
http://flexikon.doccheck.com/de/Immunmodulation

 

Immunsuppression

Mit verschiedenen Medikamenten (Immunsuppressiva) herbeigeführte Unterdrückung einer krankhaften Immunreaktion, wie sie auch bei MS auftritt. Immunsuppressiva können auf das gesamte Immunsystem oder spezifisch auf einzelne Komponenten des Immunsystems wirken.


Quelle
http://flexikon.doccheck.com/de/Immunsuppression

 

Intentionstremor

Zittern der Hände, das bei der Annäherung an ein bestimmtes Ziel/einen Gegenstand beginnt und sich zunehmend verstärkt (beispielsweise beim Ergreifen einer Tasse)


Quellen
http://www.spektrum.de/lexikon/neurowissenschaft/intentionstremor/6143
http://flexikon.doccheck.com/de/Intentionstremor

 

KIS

Abkürzung für klinisch isoliertes Syndrom oder auch CIS (clinically isolated syndrome).
Eine neurologische Funktionsstörung, die sich auf Läsionen (siehe dort) im ZNS (siehe dort) zurückführen lässt und als erstes Symptom auf eine MS hinweist.


Quelle
https://www.springermedizin.de/klinisch-isoliertes-syndrom/8064698

 

Kontraktur

Dauerhafte Verkürzung von Muskeln, Sehnen oder Bändern, mit Einschränkung der Beweglichkeit oder Fehlstellung der Gelenke. Eine Kontraktur kann zum Beispiel infolge einer Spastik auftreten.


Quellen
http://www.pflegewiki.de/wiki/Kontraktur
http://flexikon.doccheck.com/de/Kontraktur

 

Kortikoide/Kortikosteroide

Kortikoide, auch Kortikosteroide genannt, sind Wirkstoffe, die in ihrer chemischen Struktur und Wirkung dem körpereigenen Kortison, einem Hormon der Nebennierenrinde, ähnlich sind. Kortikoide können das Immunsystem unterdrücken. Sie werden zur Behandlung von akuten MS-Schüben eingesetzt.


Quellen
http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Glucocorticoide
http://flexikon.doccheck.com/de/Kortikosteroid

 

Läsion

Allgemein: Verletzung, Schädigung.
Bei MS wird damit der Ort der lokalen Entzündung beziehungsweise Vernarbung im ZNS (siehe dort) bezeichnet, die bei den bildgebenden Verfahren wie der Magnetresonanztomografie (MRT) zu erkennen ist.

Ausmaß und Anzahl der Läsionen bilden ein Kriterium für die Diagnose und den Verlauf der Multiplen Sklerose.


Quelle
http://flexikon.doccheck.com/de/L%C3%A4sion

 

Lhermitte-Zeichen

Neurologisches Symptom, das unter anderem auch bei MS nachweisbar ist: Bei passiver Beugung des Kopfes nach vorn gibt der Patient Parästhesien an (siehe dort). Insbesondere wird oft ein „elektrisierendes Gefühl“ beschrieben.


Quelle
http://www.navigator-medizin.de/multiple_sklerose/fremdwoerterlexikon/423-lhermitte-zeichen.html

 

Liquor

Bezeichnung für eine im ZNS (siehe dort) vorkommende Flüssigkeit (auch: Nerven- oder Gehirnwasser). Liquor schützt als mechanischer Puffer das Gehirn und dient dem Stoffwechsel der Nervenzellen, kann aber auch zu diagnostischen Zwecken genutzt werden (siehe Liquorpunktion).


Quelle
http://flexikon.doccheck.com/de/Liquor

 

Liquorpunktion

Mit einer Hohlnadel kann der Arzt aus dem am Rückenmarkskanal befindlichen Hohlraum (Lumbalkanal) Gehirnwasser entnehmen (Liquor- oder Lumbalpunktion). Eine Liquoruntersuchung gehört zur Diagnostik der MS, da sich dadurch Entzündungsprozesse im Gehirn nachweisen lassen.


Quelle
http://flexikon.doccheck.com/de/Lumbalpunktion

 

Logopädie

Medizinisch-therapeutische Lehre von den Funktionen sowie den krankheits- und unfallbedingten Störungen des Sprechens und des Sprachapparates. Logopäden behandeln unter anderem Störungen bei der Artikulation und der Sprachbildung, aber auch des Schluckaktes.


Quelle
http://flexikon.doccheck.com/de/Logop%C3%A4die

 

Lymphozyten

Untergruppe der weißen Blutkörperchen, die eine wichtige Rolle bei der Abwehr von Krankheitserregern spielen


Quelle
http://www.netdoktor.de/Diagnostik+Behandlungen/Laborwerte/Lymphozyten-1341.html

 

Markscheide

Siehe Myelinscheide


Quelle

http://flexikon.doccheck.com/de/Markscheide

 

Motorik

Vom Gehirn gesteuerte Bewegungsvorgänge. Hierzu zählen willkürliche Motorik (zum Beispiel gezieltes Heben eines Armes) und unwillkürliche Motorik (zum Beispiel Herzschlag, Atmung oder Darmbewegung).


Quelle
http://flexikon.doccheck.com/de/Motorik

 

MSFC

Abkürzung für Multiple Sclerosis Functional Composite.
Weiterentwicklung der EDSS (siehe dort) zur Beurteilung des Schweregrads von Behinderungen. Ergänzend zur EDSS wurden folgende Bestandteile aufgenommen:

  • Die Zeit zur Bewältigung einer bestimmten Gehstrecke
  • Ein Stecktest zur Beurteilung der Armfunktion
  • Die Beurteilung kognitiver Fähigkeiten

Quelle
http://www.ms-life.de/ms-wissen/was-ist-ms/untersuchung/bewertungsskalen

 

Myelinscheide

Substanz, die die Axone (siehe dort) und Nervenzellkörper schützend umgibt. Die Myelinscheide (auch: Markscheide) dient der Isolation und der Verbesserung der Erregungsweiterleitung des Axons.
Bei der MS kommt es zur Schädigung beziehungsweise zum Verlust der Myelinsubstanz, zur Demyelinisierung (siehe dort).

Myelinscheide


Quelle
http://flexikon.doccheck.com/de/Markscheide

 

Neurotransmitter

Botenstoffe, die elektrische Impulse von einer Nervenzelle an andere Nervenzellen oder sonstige Zellen weitergeben, verstärken oder abwandeln


Quelle
http://flexikon.doccheck.com/de/Neurotransmitter

 

Optimierungstherapie

Unter Optimierungstherapie versteht man die Erweiterung der Immuntherapie mit einem anderen Medikament oder den kompletten Wechsel auf ein anderes Medikament, wenn beispielsweise trotz einer Basistherapie die Schubrate hoch oder der Krankheitsverlauf von Beginn an hochaktiv ist.


Quelle
http://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/neurologie/erkrankungen/multiple-sklerose-ms/therapie

 

Parästhesie

Unangenehme bis (manchmal) schmerzhafte körperliche Missempfindung, die nicht durch erkennbare äußerliche Reize hervorgerufen wird. Diese Missempfindungen äußern sich in Form von Kribbeln, Taubheitsgefühl, Temperaturwahrnehmungsstörungen etc.


Quellen
http://www.navigator-medizin.de/multiple_sklerose/die-wichtigsten-fragen-und-antworten-zu-multiple-sklerose/symptome-und-beschwerden/421-was-sind-paraesthesien.html
http://flexikon.doccheck.com/de/Par%C3%A4sthesie

 

Parese

Teilweise Lähmung oder Schwäche der Muskulatur. Betrifft vor allem die Extremitäten (Arme und Beine), kann aber auch im Gesicht oder in der Schluckmuskulatur auftreten.


Quelle
http://flexikon.doccheck.com/de/Parese

 

Physiotherapie

Medizinisch-therapeutischer Begriff, der alle aktiven und passiven Therapieformen umfasst. Dazu gehören Krankengymnastik und physikalische Therapie mit Massagen, Elektrotherapie, Wasser- sowie Wärmebehandlung. Physiotherapie hat zum Ziel, akute und chronische Schmerzen zu heilen beziehungsweise zu lindern und darüber hinaus Kraft, Beweglichkeit, Koordination und Ausdauer zu erhalten beziehungsweise zu verbessern.


Quelle
https://www.physio-deutschland.de/patienten-interessierte/physiotherapie/definition.html

 

Plaque

Andere Bezeichnung für Läsion (siehe dort)


Quelle
http://flexikon.doccheck.com/de/Läsion

 

Psychotherapie

„Umfassende, bewusste und geplante Behandlung von psychosozial oder auch psychosomatisch bedingten Verhaltensstörungen und Leidenszuständen mit wissenschaftlich-psychotherapeutischen Methoden in einer Interaktion zwischen Patienten und Psychotherapeuten” (Auszug aus § 1 des Österreichischen Psychotherapiegesetzes).
MS-Patienten kann eine unterstützende Psychotherapie bei der Krankheitsbewältigung helfen.


Quelle
http://www.elisabethinen.at/ger/Therapie/Psychotherapie/Definition

 

Rehabilitation

„Wiederherstellung"/„Wiedererlangung".
Mit dem Begriff Rehabilitaion (kurz: REHA) wird in der Medizin die Wiederherstellung der physischen und/oder psychischen Fähigkeiten eines Patienten im Anschluss an eine Erkrankung, ein Trauma oder eine Operation bezeichnet. Reha-Maßnahmen mit den entsprechenden Therapieformen können ambulant oder stationär erfolgen.

Sekundär soll eine Wiedereingliederung in das Sozial- und Arbeitsleben (sogenannte gesellschaftliche Teilhabe) erreicht werden.


Quelle
http://flexikon.doccheck.com/de/Rehabilitation

 

Spastik

Merkmale einer Spastik sind eine erhöhte Muskelspannung, Muskelsteifigkeit, Verkrampfungen, Schwere- und Spannungsgefühl bis hin zu Muskelverkürzungen, die teilweise durch Paresen (siehe dort) begleitet werden.

Spastiken treten häufig bei Läsionen (siehe dort) im ZNS (siehe dort) auf, so auch bei der MS.


Quellen
http://www.amsel.de/multiple-sklerose/index.php?kategorie=msbehandeln&kategorie2=&kategorie3=symptomatischetherapie&anr=3442

 

Uhthoff-Phänomen

Als Uhthoff-Phänomen bezeichnet man eine vorübergehende Verschlechterung neurologischer Symptome, die im Verlauf der MS auftreten kann. Auslöser ist eine erhöhte Körpertemperatur, hervorgerufen beispielsweise durch Fieber, Saunabesuch oder sportliche Belastung.


Quelle
http://flexikon.doccheck.com/de/Uhthoff-Ph%C3%A4nomen

 

Verlaufsmodifizierende Therapie

ZNS

Abkürzung für Zentralnervensystem/zentrales Nervensystem.
Umfasst die im Gehirn und Rückenmark befindlichen Nervenstrukturen, die für die Verarbeitung, Koordination und Weiterleitung der von außen kommenden Reize zuständig sind.


Quelle
http://flexikon.doccheck.com/de/ZNS