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MS ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des aus Gehirn und Rückenmark bestehenden Zentralnervensystems (ZNS). Die Entzündungsherde befinden sich an vielen (multiplen) Stellen im ZNS und führen dort zur Verhärtung und Vernarbung (Sklerose) des betroffenen Gewebes. Die sklerotischen Bereiche, als Läsionen oder Plaques bezeichnet, können zu unterschiedlichen Funktionsbeeinträchtigungen führen. Mediziner bezeichnen MS auch als „Encephalomyelitis disseminata“, als „verstreute Hirn- und Rückenmarksentzündung.“1–3

 

Krankheitsentstehung

Bei MS werden die Nervenfortsätze („Axone“ oder „Neuriten“) beziehungsweise die sie umgebende Schutzhülle („Myelinschicht“) teilweise oder komplett zerstört. Die auch Myelinscheide, Markscheide oder Nervenscheide genannte Myelinschicht isoliert die Axone und ist in hohem Maße an der schnellen Weiterleitung von elektrischen Impulsen beteiligt, die unser Körper zur Ausführung verschiedener Aufgaben benötigt.3

Durch die Entzündungsprozesse werden die Myelinscheiden geschädigt und damit wird die Informationsverarbeitung verlangsamt oder ganz unterbrochen. Je nach Sitz der Läsion kommt es zu verschiedenen körperlichen Einschränkungen und Koordinationsproblemen, unterschiedlich oft begleitet von Depressionen oder depressiven Verstimmungen (s. Symptome). Im Verlauf der Erkrankung können die Zerstörungsprozesse auch auf den Neuriten selbst übergehen, man spricht dann von einem „axonalen Schaden“.1

Was ist MS? 1

Verschiedene Verlaufe1

MS ist eine Erkrankung mit unterschiedlichen Verlaufsformen.

Schubförmig remittierender Verlauf

Hierbei handelt es sich um ein schubförmiges Auftreten von Krankheitszeichen in unterschiedlichen Zeitabstanden. In den Zeiten zwischen den Schüben kommt es zu einer teilweisen oder kompletten Ruckbildung der Symptome (Remission). Oftmals vergehen Monate, manchmal Jahre zwischen zwei Schüben. Bei dem erneuten Auftreten von Schüben spricht man von ,,Rezidiv". Davon leitet sich auch der Name ab: rezidivierend-remittierende Multiple Sklerose (RRMS).

Schubförmig

Sekundär fortschreitender (progredienter) Verlauf

Bei einigen Patienten geht der schubförmige Verlauf mit der Zeit in eine fortschreitende MS über (2. oder sekundäres Krankheitsstadium). Es können weiterhin vereinzelt Schube auftreten, aber die Symptome bilden sich nicht mehr so gut zurück wie bei RRMS und körperliche oder auch psychische Beeinträchtigungen schreiten unbemerkt weiter fort. Relativ stabile Phasen sind aber auch möglich.

Sekundär progradient

Abb. Sekundär progradient (ab Pfeil)

 

Primar fortschreitender (progredienter) Verlauf

Bei dieser MS-Form verlauft die Krankheit schleichend, ohne das Auftreten von Schüben und ohne Ruckbildung der Symptome. Die Behinderung schreitet kontinuierlich voran, kurze Episoden der Erholung sind möglich. Mit 10 bis 20 % Vorkommen ist dies die seltenste Form der MS. 1

Progradienter Verlauf

Fehlgesteuertes lmmunsystem

Multiple Sklerose zählt zu den Autoimmunerkrankungen, bei denen sich das Immunsystem – aus nach wie vor unklaren Gründen – gegen körpereigene Strukturen richtet. Zu diesen körpereigenen Zellen gehören die Lymphozyten und sogenannte Makrophagen (auch: Fresszellen), beides Untergruppen der weißen Blutkörperchen.1

Lymphozyten und Makrophagen sammeln sich an verschiedenen Stellen des ZNS und zerstören das Myelin („Demyelinisierung“). In die so entstandenen entzündlichen Läsionen dringen Bindegewebszellen ein und vernarben das Gewebe1

Nervenzellen

Da Symptome und Verlaufe sowie Umfang und Ausmaß der Funktionsverluste bei der MS individuell so unterschiedlich ausgeprägt sind, wird die Multiple Sklerose auch als ,,Krankheit der tausend Gesichter" bezeichnet. 1,2

 

Noch mehr Wissenswertes4,5,6

  • Weltweit sind ca. 2,8 Millionen Menschen an MS erkrankt

  • In Österreich leben rund 13.200 Menschen mit MS

  • Bei Frauen ist das MS-Risiko etwa doppelt so hoch wie bei Männern

  • Am häufigsten tritt MS zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf

    Quellen

    1. Neurologen und Psychiater im Netz. Aufgerufen unter http://www.neurologen-und-psychiater-im- netz.org/neurologie/erkrankungen/multiple-sklerose-ms/was-ist-multiple-sklerose-ms
    2. amsel – Das Multiple Sklerose Portal. Aufgerufen unter http://www.amsel.de/multiple-sklerose/wasistms
    3. DocCheck Flexikon – Axon. Aufgerufen unter http://韄exikon.doccheck.com/de/Axon
    4. Baumhackl U. Multiple Sklerose – Prävalenz & Therapie im 12-Jahres-Vergleich in Österreich. Facultas, 2014
    5. Sturm D et al. Multiple sclerosis: a review of the disease and treatment options. Consult Pharm 2014, 29(7):469-79
    6. Ulf Baumhackl, Thomas Berger, Christian Enzinger: ÖMSB. Österreichische Multiple Sklerose Bibliothek: Evidenzbasierte Informationen zu allen Aspekten der MS für Betroffene sowie Ärzte und Ärztinnen und Angehörige medizinischer Gesundheitsberufe; Facultas Verlags- und Buchhandels AG 2020, ISBN: 978-3-99111-006-4, 1. Auflage,